TeKaDe, TKD
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Geschichte des Funkwesens

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Firmengeschichte

zusammengetragen von: Jürgen Tiedmann

1875 - 1912 - Friedrich Heller, Fabrik Elektrotechnischer Apparate

1858 eröffnet Johann Friedrich Heller (1836-1911) in Nürnberg eine mechanische Werkstatt zur Herstellung von physikalischen und medizinischen Apparaten sowie Hausklingelanlagen. Sein erster Lehrling ist 1860 Johann Sigmund Schuckert, der spätere Begründer von Schuckert & Co., die schließlich Siemens übernimmt und als Siemens-Schuckertwerke GmbH firmiert.

Bald entstehen auch Telegraphenapparate und ab 14.12.1875 heißt die Firma Friedrich Heller, Fabrik Elektrotechnischer Apparate.

1876 beschafft sich Heller in den USA zwei Telefone, verbessert sie (Patente) und kann ab 1883 auch die Post bedienen. 1889 zieht die Firma nach Nürnberg-Lichtenhof, dem späteren Sitz der TeKaDe. 1895 beschäftigt das Unternehmen 120 Mitarbeiter.

1899 treten die beiden Söhne Alexander und Karl ins Geschäft ein.

1904 gerät die Firma in Schwierigkeiten. Felten und Guilleaume (F&G) in Köln-Mülheim mit Kabelwerk in Nürnberg übernehmen den Betrieb im März 1904 für rund 180.000 Mark. F&G ist eine der drei Mitglieder des von Lieben-Konsortiums, wo man die Absicht hatte, das Telefonrelais von Brown (GB) durch ein elektronisches Relais zu ersetzen. Die Radioproduktion ist mehrmals über Jahre unterbrochen, da die Kabelherstellung und andere Tätigkeiten interessanter waren.
Das Kabelwerk Nürnberg wiederum stammt von der durch Johann Max Joseph Obermaier gegründeten Telegraphenutensilienfabrik in Nürnberg , das F&G 1894 (evtl. 1895) übernimmt.

Danach "Süddeutsche Telefon-Apparate-, Kabel- und Drahtwerke Nürnberg.

1912 - 1964 - Süddeutsche Telefon-Apparate-, Kabel- und Drahtwerke, Nürnberg (TeKaDe, TKD)

Am 2.8.1912 fasst die international tätige F&G die Betriebe in Nürnberg als Süddeutsche Telefon-, Apparate-, Kabel- und Drahtwerke AG zusammen und verwendet dafür das Telegrammwort TeKaDe für "Telephon, Kabel, Draht" (TKD).
Als Warenzeichen gilt bis am 25.7.1927 die Buchstabenfolge TKD, die sich so nicht durchsetzt.

Logo TKD    Quelle: [4]        Logo TKD    Quelle: [4]

1916 nimmt TeKaDe die selbständige Entwicklung von Verstärkerröhren (K1 und K2 bzw. T1, T2), zuerst für das Abhörgerät "Ahrendt", auf. Die Produktion erfolgt anfänglich in Augsburg durch die Wolframlampen-Aktiengesellschaft.

1918 siedelt der Betrieb wegen eines Brandes nach Nürnberg um.

1922 beginnen Arbeiten für Telefon-Leistungsverstärker.

Ab 1923 stellt TeKaDe auch Rundfunkröhren und -Apparate her, es werden Kopfhörer in großer Zahl hergestellt.

1924 fertigt die Firma Detektor-Apparate, später auch Radioapparate. Als Röhrenherstellerin tritt TE-KA-DE, wie die Firma den Kürzel auch nennt, vor allem durch die Mehrfachröhren hervor, wobei die VT 126, VT 139 und VT 147 die wichtigsten Vertreter dieser Gattung sind.

1927/28 entwickelt Ernst Presser bei TeKaDe den Selen-Gleichrichter (DRP 501228). Ende der 20er Jahre baut die Firma vorübergehend keine Radiogeräte mehr.

Produktbeispiel:

1928/29 befasst sich das Labor mit der Fernsehtechnik und TeKaDe kauft 1929 die vom ungarischen Fernsehpionier Denès Mihaly gegründete Firma Telehor in Berlin mit allen Patentrechten. Nun entsteht eine Produktion von Fernsehgeräten, zunächst mit Nipkow-Scheibe und danach mit Spiegelschraube. Bekannt sind auch entsprechende Bausätze.

1930 verzeichnet TeKaDe einen monatlichen Ausstoß von 100.000 Rundfunk- und Spezialverstärkerröhren.

Logo TKD    Quelle: [1]        Logo TKD    Quelle: [4]

Aus wirtschaftlichen Gründen gliedert die Mutterfirma F&G das Gebiet Vermittlungstechnik und Ämterbau ab 1.1.30 in die zusammen mit der Standard Elektrizitätsgesellschaft Berlin (SEG) neu gegründete Süddeutsche Apparatefabrik (SAF) in Nürnberg ein (siehe weiter unten).

1931 erfolgt ein Abkommen mit Telefunken, wonach ab September TeKaDe auf eigene Rundfunkröhrenherstellung verzichtet bzw. für Telefunken Röhren herstellt. Diese Vertragsproduktion erreicht bis 1939 an die 760.000 Stück pro Jahr.

Ab 1931 produziert TeKaDe wieder Rundfunkgeräte, wobei die Serien nun jährlich einige tausend Geräte erreichen.

1933 baut TeKaDe wieder eine eigene Tätigkeit für die Vermittlungstechnik auf. Die Ausweitung der Rundfunkgerätefertigung erfordert 1934 einen Umzug nach Schmalkalden (Thüringen), bis TeKaDe 1937 in Nürnberg das Werk der ehemaligen Sichel-Bleistiftfabrik an der Schwabenstraße kauft und einrichtet.

1938 präsentiert die Firma einen Fernseh-Heimempfänger für Bilder von 27 x 30 cm Größe.

1939 stellt TeKaDe zur Funkausstellung in Berlin ein TV-Gerät mit Bildröhre und 441 Zeilen vor.

Logo TE-KA-DE    Logo 1938-39 Quelle: [21]

1939 beschäftigt das Unternehmen 1.538 Personen und übernimmt 1940 an der Landgrabenstrasse in Nürnberg weitere 5.700 qm Nutzfläche. Danach gibt es verschiedene Verlagerungsbetriebe.
Als letzten Rundfunkempfänger vor dem Zweiten Weltkrieg baut TeKaDe den 6-Kreis-Super WK40.

1941 kommen noch 15.000 DKE zur Auslieferung. Luftangriffe vom 2.1.1945 zerstören das Werk zu 80%. Der Wiederaufbau zieht sich bis 1951 hin.

1930 - 1945 - Süddeutsche Apparatefabrik (SAF)

Ab 01.01.1930 gliedert die Mutterfirma F&G aus wirtschaftlichen Gründen das Gebiet Vermittlungstechnik und Ämterbau in die, zusammen mit der Standard Elektrizitätsgesellschaft Berlin (SEG), neu gegründete Süddeutsche Apparatefabrik (SAF) in Nürnberg, Platanenstr. 66 ein.

1940 - 1945 - bsc

In dieser Zeit kennzeichnete die "SAF" ihre Produkte mit dem "getarnten" Fertigungskennzeichen des Heeres "bsc".

Ab Juli 1945 erteilt die US-Besatzungsmacht die Bewilligung zur Reparatur von Rundfunkempfängern, ab Dezember 1945 startet die Röhrenproduktion. Die Konstruktion des Mittelklassesupers WK45 beginnt, wobei die Auslieferung der Serie von 1.000 Geräten erst 1947 erfolgen kann. Der Einkreiser GW46 in Blechgehäuse zu RM 100,- kommt mit 1.000 Stück im gleichen Jahr zur Auslieferung. Ende 1947 fertigt der Betrieb monatlich 20.000 Röhren.

Im Mai 1949 erscheint der 6-Kreis-4-Röhren-Kleinsuper GWK48 mit U21er-Serie und der 1-Kreis-Empfänger WK47. TeKaDe produziert wieder die wichtigsten Röhrentypen und neu das Kondensatormikrophon M034 mit der eigens entwickelten Röhre TV1.

Am 6.9.1950 gründen Philips und F&G mit je 50% Anteil die Firma Felten und Guilleaume Fernmeldeanlagen GmbH (FGF) mit Sitz in Nürnberg, die zuerst in den Räumen von TeKaDe fertigt und Ende 1953 eigene Räumlichkeiten an der heutigen Thurn-und-Taxis-Strasse bezieht. FGF ist international auf dem Gebiet der Trägerfrequenz-Systeme (Apparate und Kabel) sehr erfolgreich und später auch im Richtfunk tätig.

1952 kann TeKaDe auf der Industrieausstellung in Berlin zwei TV-Nachkriegsmodelle vorstellen, wobei das Tischgerät FS1020 seine erste Präsentation im Oktober 1951 erlebte.

1956 beschließt der Aufsichtsrat jedoch, alle Aktivitäten für den Unterhaltungssektor einzustellen und sich auf die finanziell interessantere Produktion von Kabeln und Postgeräten zu konzentrieren. Im gleichen Jahr endet die Röhrenherstellung mit den letzten Typen EF42, ECH42, EM80, ECC83. Unter Lizenzvertrag mit Western Electric entstehen Versuche zur labormäßigen Halbleiterfertigung.

Ab 1955 kann TeKaDe Spitzen-Germanium-Dioden und ab 1956 NF-Transistoren herstellen.

1957 bildet auf dem Rundfunkgerätesektor der 8-Kreis-Super W688 das letzte Gerät.

Ab 1958/59 entsteht im Werk Schwabenstraße eine Halbleiterfertigung, wobei auf 6.000 qm 700 Mitarbeiter tätig sind, doch gibt das Unternehmen die Produktion 1961/62 aus wirtschaftlichen Gründen (Japan) auf.

1964 geht der Apparatebau in die neu gegründete TeKaDe Fernmeldeapparate GmbH Nürnberg über.

1964 - 1967 - TeKaDe Fernmeldeanlagen GmbH Nürnberg

1967 Zusammenschluss mit FGF zur TeKaDe Felten und Guilleaume Fernmeldeanlagen GmbH.

1967 - 1982 - TeKaDe Felten und Guilleaume Fernmeldeanlagen GmbH Nürnberg

1982 Gründung der Philips Kommunikations Industrie AG (PKI).

Quelle: [4]


nach oben Seitenanfang Letzte Änderung dieser Seite: 26.07.2022